Mönchengladbach
MG+

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Neugestaltung ZOB mg+

Ein neuer ZOB für Mönchengladbach

Ausgangslage

Das Vorhaben „19 Häuser“, das den heutigen Bereich „Haus Westland“ umfasst, wird den zentralen Eingang der Stadt in den kommenden Jahren entscheidend verändern. Nähere Informationen zum Projekt finden Sie hier

Wettbewerb zur Neubebauung Haus Westland

Da die künftige Baugrenze der „19 Häuser“ an die Achse der Hindenburgstraße und somit näher an den Hauptbahnhof heranrückt, umfasst das Baufeld Teile des heutigen Zentralen Omnibus Bahnhofs (ZOB) am Europaplatz. 
 

Der jetzige ZOB entspricht auf Dauer nicht mehr den Anforderungen eines modernen Busbahnhofes. Dies gilt insbesondere für die Themen Barrierefreiheit sowie dynamische Fahrgastleitsysteme und die Etablierungsmöglichkeiten alternativer Antriebskonzepte (wie z. B. Elektromobilität). Darüber hinaus schützt die vorhandene Dachkonstruktion nur bedingt gegen Witterungseinflüsse. Das Dach ist zudem wartungs- und damit kostenintensiv und das verlegte Pflaster im ZOB-Bereich ist in Teilen abgesackt und sanierungsbedürftig. Auch das vorhandene Kundencenter und die Betriebs- und Technikräume entsprechen ebenfalls nur noch bedingt den aktuellen Anforderungen. Dementsprechend hätte die NEW mobil & aktiv Mönchengladbach den heutigen ZOB unter Berücksichtigung des Förderrahmens mittelfristig ohnehin weiterentwickeln und modernisieren müssen.

Mit dem vorgesehenen Beschluss des Rates der Stadt Mönchengladbach am 11. März wird die Entwicklungsgesellschaft der Stadt ihre Flächen (knapp 5.400 Quadratmeter) und Teile der Flächen der NEW mobil & aktiv Mönchengladbach (rund 2.200 Quadratmeter, vorab Verkauf an die EWMG) an den Projektentwickler BEMA verkaufen. Durch die gesamtstädtebauliche Maßnahme ergibt sich die Notwendigkeit, den vorhandenen ZOB grundsätzlich neu zu planen. Der Entscheidung zum Verkauf des Grundstücks hat der Aufsichtsrat der NEW mobil & aktiv Mönchengladbach bereits zugestimmt.

Die Verträge stehen jedoch unter der aufschiebenden Bedingung, dass der Bebauungsplan BP 789/N für die „19 Häuser“ und den Europaplatz Rechtskraft erlangt. Dies hat also der Rat der Stadt Mönchengladbach bis zuletzt in der Hand, da er für den Beschluss von Bebauungsplänen das zuständige Gremium ist; unabhängig davon, ob er zuvor dem Kaufvertrag zugestimmt hat. Die Zustimmung des Rates zu den Kaufverträgen vorausgesetzt, werden die Abrissarbeiten am Haus Westland voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen. 2021 können dann die Baumaßnahmen starten. Die BEMA-Gruppe wird trotz möglichem Bebauungsplan-Beschluss und Zustimmung des Rates zum Kaufvertrag erst dann Eigentümerin der Fläche und zahlungspflichtig, wenn die NEW mobil & aktiv Mönchengladbach einen Interims-Busbahnhof errichtet und den alten ZOB zurückgebaut hat. Dies soll laut heutigem Zeitplan bis zum 30.06.2021 erfolgen. 

Machbarkeitsstudie

Um die Baugrenze am Europaplatz wieder in ihren historischen Verlauf in Verlängerung der Hindenburgstraße an den Hauptbahnhof rücken zu können, wurde seitens der NEW mobil & aktiv Mönchengladbach und einem beauftragten externen Planungsbüro zunächst geprüft, inwieweit auch auf einer verkleinerten Fläche ein zukunfts- und leistungsfähiger ZOB realisierbar ist. Das positive Ergebnis der Prüfung war Grundvoraussetzung für die Weiterverfolgung der Vorhaben „19 Häuser“ in der heutigen Form und der nun anstehenden Konkretisierung des „ZOB mg+“.

Grundlage für die Prüfung durch das externe Planungsbüro bildeten das aktuelle Linienkonzept in der dritten Ausbaustufe, die Durchführung von Blockabfahrten sowie die Berücksichtigung von künftigen Entwicklungsoptionen im ÖPNV, wie z. B. die voranschreitende Elektromobilität. Eine weitere Anforderung war die Einbindung des Radverkehrs – konkret des Radroutennetz NRW.


Zentrale Ziele waren dabei vor allem auch die Optimierung des Betriebsablaufs, die Verbesserung der ÖPNV-Reisezeit im ZOB, die Erhöhung der Aufenthaltsqualität und der Verkehrssicherheit für die Fahrgäste sowie der Barrierefreiheit. Die Machbarkeitsstudie bestätigt, dass aus verkehrsplanerischer Sicht eine Verkleinerung des ZOB auf dem Europaplatz möglich ist, ohne dass die Leistungsfähigkeit des ÖPNV leidet.

Entwurf neuer ZOB

Wie heute soll auch in Zukunft das Zentrum des neuen ZOB direkt vor dem Hauptbahnhof liegen. Hier wird der Hauptbetrieb des ZOB abgewickelt.

Kern der Planung ist eine große Haltestelleninsel in der Mitte. Diese sorgt für einen sicheren und komfortablen Umstieg der Fahrgäste, dient der Orientierung und schafft Übersichtlichkeit. Durch eine Überdachung sind die Fahrgäste vor Regen geschützt. Zur modernen Ausstattung gehören auch dynamische Fahrgastinformationen. Alle hier befindlichen Haltestellen werden in sogenannter „Sägezahnaufstellung“ gestaltet. Diese „Aufstellung“ der Busse ermöglicht ein reibungsloses Ein- und Ausfahren der Solo- und Gelenkbusse, ohne den sonstigen Bus-, Fuß- und Radverkehr zu behindern.

Parallel zum Bahnhofsgebäude sollen fünf weitere Haltestellen, ebenfalls in „Sägezahnaufstellung“ Platz finden. Der neue ZOB rückt damit künftig noch näher an den Hauptbahnhof heran und schafft so durch kürzere Entfernungen eine bessere multimodale Verknüpfung zwischen ÖPNV und SPNV (Schienenpersonennahverkehr).

Ferner befinden sich vier Haltestellen sich an der Sittardstraße in Längsaufstellung und an der Goebenstraße sind drei neue Bussteige vorgesehen. An der unteren Hindenburgstraße sollen auf beiden Seiten insgesamt sechs Haltestellen in Längsaufstellung entstehen. Diese sind aber lediglich zu bestimmten Zeitpunkten für die Blockabfahrten erforderlich und kommen voraussichtlich im normalen Busbetrieb nicht zum Einsatz. Während der gesamte Bereich des neuen ZOB nur noch für den Busverkehr und für Fahrräder freigegeben ist, sind die untere Hindenburgstraße und die Humboldtstraße für Anlieger weiterhin erreichbar. Insgesamt entstehen so auf einer Fläche von 13.100 Quadratmetern 27 barrierefreie Haltestellen. Zum Vergleich: Der heutige ZOB hat nur 26 nicht barrierefreie Haltestellen.

Da der vorhandene Raum insgesamt auto- und damit ampelfrei sein wird und mit modernsten Betriebskonzepten effizienter genutzt werden kann, entstehen kurze Wege- und klare Umsteigeverbindungen für die Fahrgäste. Für die Humboldtstraße sind zwei Bushaltestellen u. a. für E-Mobilität vorgesehen. Alle Bussteige werden ausnahmslos barrierefrei sein. 

Mit dem Ausschluss des Autoverkehrs im gesamten Bereich des neuen ZOB wird eine deutliche Verbesserung einhergehen. Die Unfallwahrscheinlichkeit sinkt und die Reisezeit der Buskunden verkürzt sich. Fußgängerwege werden gesondert gekennzeichnet, und die Fußgänger haben hier Vorfahrt. 

Die Gestaltung der Freifläche vor den 19 Häusern bietet weitere Optionen zur Begrünung und der Erhöhung der Aufenthaltsqualität.

 

 

Während der rund zweieinhalbjährigen Bauzeit des neuen ZOB ist eine provisorische Übergangslösung zur Sicherstellung des Busbetriebes erforderlich. Hierfür wurde eine umfassende Standortanalyse möglicher Flächen in der Umgebung des Hauptbahnhofs vorgenommen, die geeignet für einen zentralen provisorischen ZOB potenziell sind. Untersucht wurden dabei die Flächen der Seestadt mg+, der Platz der Republik, der Fernbusbahnhof und die Steinmetzstraße.

Der im Ergebnis unter den Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit und Praktikabilität einzig mögliche Standort in Hauptbahnhofsnähe liegt an der Sittardstraße, Goebenstraße und Hindenburgstraße. Diese dezentrale Lösung sieht die Unterbringung des Busverkehrs auf der Sittardstraße und bis zur Sparkasse an der Goebenstraße sowie an der Hindenburgstraße vor. Die bestehenden Haltestellen unmittelbar vor dem Hauptbahnhof (Bussteige 1 – 4) können dabei weiterhin genutzt werden. 

Auf der Goebenstraße sollen in beiden Fahrtrichtungen barrierefreie Haltestellen eingerichtet werden und die Straße ein allgemeines Durchfahrtsverbot erhalten. Die Vollsperrung der Straße für den Verkehr wird bei der Fertigstellung des ZOB ohnehin vorgesehen und wird somit lediglich vorgezogen. Ausgenommen davon sind Anlieger und Zulieferer für die Sparkasse und das Vitus Center. Auf der Hindenburgstraße sollen im Abschnitt zwischen Europaplatz und Bismarckstraße bergauf ebenfalls barrierefreie Ersatzhaltestellen entstehen.

Die längste Verbindung von Bussteig zu Bussteig beträgt dabei rund 210 Meter. Die Verbindung vom Bahnhofsgebäude zum entferntesten Bussteig wird rund 165 Meter betragen. Zudem wird die Erreichbarkeit der Anschlüsse durch eine Anpassung der Fahrpläne sichergestellt. Hierbei sind die längeren Wegebeziehungen bereits berücksichtigt.

Im nächsten Schritt soll die Planung weiter konkretisiert und optimiert werden. Hierzu wurden bereits Gespräche mit der Inklusions- und Behindertenbeauftragten sowie mit Vertretern von Menschen mit Behinderungen geführt. Dieser Dialog soll fortgesetzt werden. Zudem wird aktuell nach einer langfristigen Mietlösung für das Kundencenter und die Pausen- und Sozialräume sowie die Unterbringung der Leittechnik gesucht.
Obwohl die dezentrale Lösung mit vorübergehenden Veränderungen und Komforteinbußen für Fahrgäste einhergeht, stellt sie die einzige vertretbare Alternative dar, um während der Umbauzeit den Betriebsablauf des ÖPNV weiterhin gewährleisten zu können und zugleich parallel stattfindende Baumaßnahmen am Europaplatz und in seiner Umgebung zu ermöglichen. Um dies möglichst optimal zu unterstützen, wird die NEW für die Dauer des Provisoriums zusätzliche Mitarbeiterressourcen auf dem Areal einsetzen, die als „Lotsen“ und Ansprechpartner für die Fahrgäste fungieren.

Bildergalerie

Betriebskonzept
Goebenstraße
Haltestelleninsel
Untere Hindenburgstraße
Provisorium
Provisorium zweiter Bauabschnitt
Machbarkeitsstudie
Wegbeziehungen

Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie wurde dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sowie den Mitgliedern des Stadtrates bereits vorgelegt. Der VRR hat die Machbarkeit durch die Einplanung von Fördermitteln anerkannt und bestätigt. Auch wurde der Entwurf bereits mit der Inklusions- und Behindertenbeauftragten sowie mit Vertretern von Menschen mit Behinderungen diskutiert. Ihre Anregungen fließen in die weitere Planung mit ein. Eine Förderzusage, die Voraussetzung zur Umsetzung der ZOB-Planung ist, ist ohne vollständige Barrierefreiheit ausgeschlossen.

Entsprechend dem Rahmenterminplan erfolgen aktuell die europaweiten Ausschreibungen von Planungsleistungen in insgesamt drei Stufen:

  • Stufe1: Verkehrs- und Freianlagen (bereits ausgeschrieben)
     
  • Stufe 2: Gebäude/Hochbauplanung und Architektur, Tragwerksplanung und Statik (im Wesentlichen Dachgestaltung) Start 28.02.2020
     
  • Stufe 3: technische Gebäudeausstattung Start 06.03.2020

Auf Basis der vorgeschalteten Teilnahmeanträge erfolgt die Aufforderung an voraussichtlich drei Bietern zur verbindlichen Angebotsabgabe bis Anfang Mai 2020. Folgende wesentliche zeitlichen Meilensteine sind laut Vergabeunterlagen für die Erbringung der Leistungen zur Umsetzung des Gesamtprojekts zu beachten:

Abgabe Bauantrag:4. Quartal 2020
Voraussichtlicher Baubeginn:3. Quartal 2021
Fertigstellung / Inbetriebnahme:   Ende 2023 / 1. Halbjahr 2024

 

Die Ausschreibungsergebnisse der vorgenannten Stufen führen jeweils zu einem Pitch (Präsentation der Angebote). Für die erste Stufe erfolgt dieser Anfang April durch die drei Bewerber, die sich im März im Rahmen des Ausschreibungsprozesses präqualifiziert haben. Unter Beteiligung der Stadt Mönchengladbach stellen die Bewerber ihre Indikativen Angebote für die Verkehrs- und Freiflächenplanung vor. Die Vorstellung ist wesentliche Basis für die Beauftragung einer konkreten Konzept- und Ausführungsplanung, die unter Wahrung aller vergaberelevanten Fristen Ende Mai. erfolgen soll. Die verbindlichen Angebote hierzu sind bis spätestens Anfang Mai vorzulegen.

Die finale Planung kann im Detail natürlich noch von der Machbarkeitsstudie des externen Ingenieurbüros abweichen. Signifikante Veränderungen sind aber auf Grund der gegebenen Rahmenbedingungen nicht wahrscheinlich.

Es wird bereits in der Vergabeverhandlung intensiv darauf hingewirkt, dass schon zu einem früheren Zeitpunkt Planungsstände erarbeitet sind, die weitergehende Entscheidungen sowohl in der Politik als auch im Aufsichtsrat der NEW mobil & aktiv Mönchengladbach zulassen. Um dies zu unterstützen, wird eine Studie zum zukünftigen Betriebskonzept einschließlich Verkehrssimulation erstellt, die bis mitte Mai vorliegt.

 

Da die Mobilitätsbedürfnisse der Zukunft heute noch nicht bekannt sind, wurden beim neuen ZOB - soweit möglich - alle Entwicklungsoptionen der Zukunft vorausschauend betrachtet. Die künftige Entwicklung in den Bereichen ÖPNV und Mobilität wird, sofern diese schon heute vorhersehbar ist, in der Planung zum neuen ZOB berücksichtigt. So sind z. B. an der Humboldtstraße zwei weitere Buspositionen geplant, die zukunftsweisend als Busladestationen für E-Mobilität vorgesehen sind. Darüber hinaus ist zur weiteren Entwicklung des ZOB eine weitere Optimierung der Betriebskonzepte, beispielsweise durch eine Anpassung der Taktfrequenzen einzelner Linien, durch Linienerweiterungen oder durch die stärkere Nutzung von alternativen Konzepten wie den On-Demand-Betrieb mit kleineren Bussen, möglich.“